Neujahrsempfang 2026 mit dem Regierenden Bürgermeister Kai Wegner

           

 

Rede des WKHL Vorstandes

Rede zum Neujahrsempfang Bezirksamt Lichtenberg & WKHL

Sehr geehrter Herr Regierender Bürgermeister Kai Wegner,
sehr geehrte Mitglieder des Bezirksamts Lichtenberg,
sehr geehrter Vorstand der Stiftung des Wirtschaftskreises Hohenschönhausen-Lichtenberg,
liebe Mitglieder unseres Wirtschaftskreises,
sehr geehrte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den Ämtern unseres Bezirks,
meine Damen und Herren,

im Namen des Wirtschaftskreises Hohenschönhausen-Lichtenberg freue ich mich sehr, Sie heute gemeinsam mit dem Bezirksamt Lichtenberg zu unserem Neujahrsempfang begrüßen zu dürfen. Schön, dass Sie so zahlreich hier sind – das zeigt, welchen Stellenwert der Austausch zwischen Politik, Verwaltung und Wirtschaft in unserem Bezirk hat.

Ein Neujahrsempfang ist ein Moment des Innehaltens. Wir blicken zurück – aber vor allem nach vorn. Und wenn man heute in diesen Raum schaut, sieht man genau das, was Lichtenberg ausmacht: engagierte Menschen mit unterschiedlichen Perspektiven, die eines verbindet – der Wille, diesen Bezirk gemeinsam weiterzuentwickeln.

Die Zusammenarbeit zwischen Politik, Verwaltung und Wirtschaft hat in Lichtenberg eine über 30-jährige Tradition. Sie ist nicht selbstverständlich. Sie lebt von Vertrauen, vom Dialog und manchmal auch von der Fähigkeit, unterschiedliche Meinungen auszuhalten. Oder etwas zugespitzt gesagt: Man muss nicht immer einer Meinung sein, aber man sollte immer miteinander sprechen.

Ich möchte meine Gedanken heute unter drei Überschriften bündeln – bewusst einfach formuliert:

  1. Lokalpolitik – Demokratie

Vertreterinnen und Vertreter des WKHL engagieren sich seit vielen Jahren aktiv in der Bezirksverordnetenversammlung und ganz konkret in drei Ausschüssen, in denen wirtschaftliche, soziale und ökologische Fragen zusammenkommen:

im Ausschuss Europa, Wirtschaftsförderung und Sozialraumsteuerung,
im Ausschuss Ökologische Stadtentwicklung, Mieter:innenschutz und Facility,
im Ausschuss Öffentliche Ordnung und Verkehr,
sowie in weiteren thematischen Arbeitszusammenhängen der BVV.

Dieses Engagement verstehen wir als gelebte lokale Demokratie. Denn Demokratie bedeutet nicht nur, alle fünf Jahre ein Kreuz zu machen – Demokratie lebt davon, sich einzubringen, Verantwortung zu übernehmen und Expertise anzubieten. Genau das tun unsere Mitglieder: Sie bringen Praxiswissen ein, stellen Fragen, geben Impulse – konstruktiv und lösungsorientiert.

Unser Wunsch bleibt, bei wirtschaftsrelevanten Themen künftig noch früher eingebunden zu werden. Dort, wo Ideen entstehen, wo Weichen gestellt werden und wo Gestaltung möglich ist. Ebenso wichtig ist für uns eine verlässliche Information über den Stand laufender Projekte. Transparenz schafft Vertrauen – und Vertrauen ist die tragfähigste Grundlage für Zusammenarbeit auf Bezirksebene.

Zur demokratischen Kultur gehört für uns aber nicht nur Ausschussarbeit, sondern auch der offene gesellschaftliche Dialog. Diesen fördern wir regelmäßig mit unseren Veranstaltungsreihen Kultursalon und Wirtschaftsdinner.

Beim letzten Wirtschaftsdinner stand die Frage im Raum:
„Wie viele Weckrufe braucht Europa noch?“
In hochkarätiger Besetzung wurde über die Transformation der Wirtschaft, über Chancen für Berlin und über die Zukunft Europas diskutiert – offen, kritisch und faktenbasiert. Gerade in Zeiten von Populismus und Vereinfachung war dieser Abend ein starkes Signal: Demokratie braucht Debatte. Und Debatte braucht Räume – auch jenseits von Parlamenten.

  1. Wirtschaftspolitik – Geld verdienen

Unsere Mitgliedsunternehmen haben ihre Erfahrungen, Erwartungen und Ideen für die Zusammenarbeit mit Bezirk und Land Berlin gebündelt. Sie stammen aus Wohnungsbau, Gesundheitswesen, Sozialwirtschaft, Produktion, Logistik, Kultur und Kreativwirtschaft – und doch ähneln sich die Botschaften sehr.

Zentral sind vier Punkte:

Erstens: Planungssicherheit.
Investitionen brauchen verlässliche Rahmenbedingungen, klare Zuständigkeiten und realistische Zeitpläne. Langwierige, intransparente Genehmigungsverfahren führen nicht nur zu Frust, sondern kosten am Ende Arbeitsplätze, Wohnraum und Innovationskraft.

Zweitens: Gleichbehandlung.
Private und gemeinnützige Akteure wollen nicht bevorzugt werden – aber fair behandelt. Ob im Wohnungsbau oder im Gesundheitswesen: Berlin wird seine Ziele nur erreichen, wenn alle leistungsfähigen Akteure als Partner verstanden werden.

Drittens: Investitionen ermöglichen.
Viele Unternehmen haben Projekte „in der Schublade“ – für bezahlbaren Wohnraum, für soziale Infrastruktur, für moderne Gesundheitsversorgung oder für kulturelle Leuchttürme. Was fehlt, ist oft nicht der Wille, sondern die Umsetzbarkeit.

Viertens: Arbeitsplätze und Standort sichern.
Wirtschaftspolitik heißt auch: Bestehende Unternehmen halten, Flächen sichern, Weiterentwicklung ermöglichen – statt Verdrängung oder jahrelanger Unsicherheit.

Sehr geehrter Herr Regierender Bürgermeister Kai Wegner,
diese Impulse möchten wir Ihnen heute überreichen – nicht als Forderungskatalog, sondern als Angebot zur Zusammenarbeit.

Und weil Wirtschaftspolitik nicht nur aus Problemen besteht, sondern auch aus Lösungen, möchte ich ein positives Beispiel hervorheben:

Das Leuchtturmprojekt „27 ha Möglichkeiten“ von ZEITGEIST hier in Lichtenberg zeigt eindrucksvoll, was gelingt, wenn Politik, Verwaltung und Wirtschaft an einem Strang ziehen. Presse und Berliner Abendschau haben diese Zusammenarbeit bereits ausdrücklich gewürdigt. Auf Basis des städtebaulichen Siegerentwurfs tritt der Bezirk 2026 in die Bauleitplanung ein – mit dem Ziel eines modernen, menschenfreundlichen Stadtquartiers mit Wohnen, Arbeiten sowie grüner und sozialer Infrastruktur.

Gerade im Zusammenspiel mit dem BAUTURBO eröffnet sich hier die Chance, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen und den Standort zugleich wirtschaftlich zu stärken. Dieses Projekt zeigt: Gute Zusammenarbeit ist kein Zufall – sie ist eine Entscheidung.

  1. Soziales Engagement – Gutes tun

Zur DNA des Wirtschaftskreises gehört seit seiner Gründung auch das soziale Engagement. Mit der Gründung des WKHL wurde zugleich die Stiftung des Wirtschaftskreises Hohenschönhausen-Lichtenberg ins Leben gerufen. Ihr Zweck ist klar: die Förderung von Projekten der Kinder- und Jugendförderung des Kinderhauses Berlin-Mark Brandenburg e. V.

Man könnte sagen: Wir kümmern uns nicht nur um Quadratmeter und Bilanzen, sondern auch um Lebenswege.

Ein echtes Herzensprojekt ist BOB – Berufsorientierung und Bewerbung. Seit fast 25 Jahren, gestartet hier in Lichtenberg, ist BOB heute eine anerkannte Partnerschaft zwischen Berliner Unternehmen und Oberschulen. Unternehmerinnen und Unternehmer gehen in die Schulen, geben Einblicke in die Praxis, trainieren Bewerbungsgespräche und helfen Schülerinnen und Schülern, ihre Stärken zu entdecken und Perspektiven zu entwickeln. Über die Jahre wurden so mehr als 40.400 junge Menschen erreicht. 2025 waren 113 Veranstaltungen mit 4422 Schülerinnen und Schülern

BOB bringt Unternehmen und Schülerinnen und Schüler zusammen. Bewerbungstrainings, Praxiseinblicke, ehrliche Gespräche – manchmal auch die Erkenntnis: Das will ich – oder genau das eben nicht.

Und ja, BOB hatte im März einen echten Weckruf: Das Projekt stand vor dem finanziellen Aus.
Aber BOB lebt – weil Unternehmen Verantwortung übernommen haben. Unsere Mitglieder sind eingesprungen, haben unterstützt, organisiert und finanziert. Kurz gesagt: BOB wurde nicht gerettet – BOB wurde getragen.

Meine Damen und Herren,

der Wirtschaftskreis Hohenschönhausen-Lichtenberg steht für drei Dinge:
Demokratie mitgestalten. Geld verdienen dürfen. Gutes tun wollen.

Sehr geehrter Herr Regierender Bürgermeister Kai Wegner,
sehr geehrte Vertreterinnen des Bezirksamts-Lichtenberg,
lassen Sie uns das neue Jahr als Einladung verstehen: zu mehr Dialog, zu früherer Einbindung – und zu dem Mut, Dinge gemeinsam möglich zu machen.

Wenn Politik, Verwaltung und Wirtschaft zusammenarbeiten, dann entstehen nicht nur Projekte – dann entsteht Vertrauen. Und Vertrauen ist bekanntlich die beste Investition, die man tätigen kann.

In diesem Sinne wünsche ich uns allen ein erfolgreiches, gesundes und gutes neues Jahr.
Und uns allen weiterhin: gute Gespräche – gern auch bei einem Wirtschaftsdinner.

Vielen Dank.

 

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